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Rund die Hälfte aller gerade in den Ruhe­stand gewechselten Versicherten beziehen eine vorgezogene gesetzliche Rente. Denn sie ist auch nach Einführung der Rente mit 67 noch möglich. Finanztest erläutert, wie der vorgezogene Ruhe­stand funk­tioniert und was das kostet.

Sonder­regelungen laufen aus

Die komfort­ablen Sonder­regeln für Frauen und Arbeits­lose können noch alle nutzen, die vor 1952 geboren sind. Dann ist Schluß damit. Doch auch für Jüngere gibt es weiterhin Möglich­keiten für den Vorruhestand, zum Beispiel die vorgezogene Alters­rente für lang­jährig Versicherte. Sie ist frühestens mit 63 möglich – dann aber nur mit Abschlägen.

Königsweg Alters­teil­zeit

Produkteigenschaften
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Der Königsweg ist jedoch die Alters­teil­zeit mit anschließendem regulären Renten­beginn. Dann gibt es die volle Rente. Finanztest erklärt den Königsweg am Beispiel von Engelbert Sittler. Der 63-jährige angestellte Lehrer an einer Berufs­fach­schule für Alten­pflege ging bereits mit 61 Jahren in die Frei­zeitphase der Alters­teil­zeit. Sie endet nächstes Jahr. Bis dahin bekommt Sittler noch Geld von seinem Arbeit­geber. Rente bezieht Sittler dann ab Herbst 2014. Dann ist er 65 und bekommt seine gesetzliche Alters­rente ohne Abschlag. Sitt­lers frühest­möglicher Renten­beginn wäre mit 63 gewesen – allerdings nur mit Abschlägen. Sie hätten ihn pro vorgezogenem Monat lebens­lang 0,3 Prozent seiner Rente gekostet. Mit der Alters­teil­zeit konnte der angestellte Lehrer schon zwei Jahre früher – mit 61 Jahren – aufhören zu arbeiten. Er steht dennoch im Alter nicht schlechter da, als wenn er erst mit 63 vorzeitig in Rente gegangen wäre. Das hat zwei Gründe: Sittler bekommt seine Rente abschlagfrei. Und in der gesamten Alters­teil­zeit, also bis zu seinem 65. Lebens­jahr, fließen weiterhin Beiträge an die Renten­versicherung. Dies steigert seine Rente.

Alters­teil­zeit in zwei Blöcken

Diese Alters­teil­zeit im Block­modell ist der beste Weg in den Vorruhestand. Er ist möglich, wenn er in einem Tarif­vertrag geregelt ist oder wenn der Arbeit­geber zustimmt. Das Block­modell der Alters­teil­zeit besteht aus zwei gleich­großen Zeitblöcken: Im ersten arbeitet der Beschäftigte voll weiter, bezieht aber nur das halbe Gehalt, das vom Chef um mindestens 20 Prozent aufgestockt wird. Im zweiten Block, der Frei­stellungs­phase, arbeitet der Alters­teil­zeitler über­haupt nicht mehr, bezieht aber weiter sein Alters­teil­zeit­gehalt.

Viele geld­werte Hinweise von Finanztest

Im Special erklärt Finanztest ausführ­lich, worauf Arbeitnehmer bei den Planungen eines frühen Ruhe­standes achten sollten und wie viel Rente zu erwarten ist. Ganz wichtig in diesem Zusammen­hang ist die Belastung mit Sozial­abgaben, die auch auf Rentner zukommt. In umfang­reichen Tabellen zeigt Finanztest, mit welchen Beträgen Rentner hier rechnen müssen. Ausführ­lich erläutern die Renten­experten zudem auch die beliebten Sonder­regeln für Mitarbeiter mit Behin­derung und für Frauen und Arbeits­lose. Und wenn das Special doch noch Fragen offen lässt: Am Mitt­woch, 31.07.2013, stehen Ihnen die Finanztest-Experten im Chat Rede und Antwort. Sie können schon jetzt Ihre Fragen stellen.

Besser mit Tarif­vertrag

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In vielen Branchen bekommen Arbeitnehmer in Alters­teil­zeit sogar mehr Geld als gesetzlich geregelt ist. Die Tarif­partner haben höhere Gehälter vereinbart. Die 2,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektro­industrie bekommen zum Beispiel vom Arbeit­geber je nach Tarifgruppe 85 bis 89 Prozent ihres ursprüng­lichen Netto­verdienstes. Während der gesamten Alters­teil­zeit stockt der Arbeit­geber nicht nur das Gehalt auf, sondern auch die Beiträge zur Renten­versicherung. Und zwar um so viel, als bekäme der Kollege in Alters­teil­zeit 90 Prozent seines bisherigen Gehalts. In einigen Branchen ist der Beitrag zur Renten­versicherung sogar höher, in der Metall- und Elektro­industrie beträgt er beispiels­weise 95 Prozent. Die späteren Einbußen bei der Rente sind also sehr gering.

Große Verluste bei Frührente

Nicht nur für Sittler, sondern auch für jüngere Jahr­gänge, die jetzt noch mitten im Berufs­leben stehen, ist Alters­teil­zeit besser als Frührente. Sie kann ihnen zigtausend Euro Verlust bei der Rente ersparen. Dies zeigt folgendes Beispiel: Ein 1958 geborener Angestellter aus Hessen hat über die Jahre insgesamt andert­halb­mal so viel verdient wie der durch­schnitt­liche Arbeitnehmer – zurzeit hat er ein Jahres­gehalt von gut 51 000 Euro. Der Mann kann mit 66 Jahren regulär in Rente gehen. Er kann nach jetzigem Stand damit rechnen, dass er nach einer Versicherungs­zeit von 40 Jahren auf eine Monats­rente von 1 668 Euro kommt.

Volle Rente nach Alters­teil­zeit

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Geht der Mann schon mit 63 Jahren vorzeitig in den Ruhe­stand, kostet ihn das für den Rest seines Lebens 10,8 Prozent Abschlag von seiner Alters­rente (36 vorgezogene Monate x 0,3 Prozent). Gleich­zeitig hat Beispiel-Rentner Sittler dann aber auch drei Jahre weniger in die Rentenkasse einge­zahlt. Dies ergibt nur eine Rente von 1 562 Euro. Dieser Betrag wird um 10,8 Prozent gekürzt, sodass 1 393 Euro bleiben. Ein Alters­teil­zeitler dagegen, der die Arbeits­phase der Alters­teil­zeit mit 60 Jahren beginnt, sich dann ebenfalls mit 63 Jahren zur Ruhe setzt, hat sehr viel geringere Verluste. Denn er kassiert ab dem 66. Geburts­tag seine reguläre Alters­rente ohne Abzug.

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